König & Königin des Kongs: Laurel Rathbun & Lance Haidet
König & Königin des Kong: KOMs erobern
Jede großartige Radsportgeschichte beginnt mit ein bisschen Unsinn. Diese hier begann mit Meisterschafts-Dackeln.
Ja, bevor es Wattzahlen und Steigungsprozente gab, bevor die Lungen brannten und Strava erobert wurde, unterhielten wir uns in einem Café in Rancho Santa Fe über einen Mann und seine 12 wertvollen Dackel. „Meisterschafts-Würstchen“, gezüchtet an einem mythischen Ort namens Weenie Wonderland.
Spulen wir durch die wurstduftende Umleitung und landen hier: auf dem steilen, rissigen Asphalt des berüchtigten Strava-Segments namens Concrete King Kong – eine Drittelmeile purer, kompromissloser Vertikalität. 24 % durchschnittliche Steigung. Betonoberfläche. Keine Serpentinen. Keine Gnade.
Laurel Rathbun und Lance Haidet hatten an diesem Tag nicht wirklich vor, sich königliche Titel zu sichern. Aber wenn man bei jemandem zu Hause wohnt und der sagt: „Hey, willst du dir die Beine ruinieren, um im Internet Ruhm zu erlangen?“, sagt man ja. Oder zumindest schreibt man zurück: ja. Dann tut man so, als würde man vor der Kamera zögern – für den dramatischen Effekt.

Das Ritual vor dem Untergang
Es gibt eine seltsame Energie, bevor man etwas Schreckliches auf dem Rad versucht. Eine Mischung aus Vor-Rennen-Aberglaube, Trash-Talk und seltsam spezifischer Musikauswahl (Lance war im Chevelle-Fieber, Laurel setzte auf volle 2008 Club-Banger-Remixe). Schwarze Socken, um sauber zu bleiben, Diskussionen über Wasserquerungen und viel Gerede über Linien. Nicht strategisch-rennmäßig – eher so nach dem Motto: „Wenn ich das vermassle, falle ich rückwärts um und sterbe.“
Beton lügt nicht
Als die Reifen den Anstieg berührten, war Schluss mit Witzen. GoPros begannen zu jammern. Das Atmen wurde zu etwas zwischen Keuchen und Gebet. Laurel hatte es schon einmal versucht und war auf halber Strecke ausgestiegen. Um den QOM zu holen, musste sie ihre bisherige Bestzeit um eine ganze Minute verbessern. Lance hatte es auch schon einmal gemacht – und jede Sekunde gehasst. Um den KOM zu gewinnen, musste er eine volle Minute schneller sein. Kein Druck, oder?
Auf halber Strecke musste Laurel absteigen und laufen. Schon mal versucht, eine senkrechte Wand in Flammen hochzusprinten, mit 130 bpm noch im Ohr und den Waden, die „Rette dich“ schreien? Ja. Aber sie hat es trotzdem geschafft – gerade so. Mit 7 Sekunden Vorsprung. Laufend und allem.
Lance? 473 Watt. 5,6 mph. 8 Sekunden schneller als der bisherige KOM, gehalten vom mächtigen Phil. Also, „Phil-ist-ein-Könner“ Phil.
Sie haben es geschafft. Beide. Beton-Royals.

Die Trophäe
Was ist ein Königreich ohne Krone? Oder in diesem Fall – eine rissige Betonplatte mit dem Geist eines Hundepfotenabdrucks darin. Die allererste Concrete Kong Trophäe entstand aus diesem Chaos: ein echter Betonklotz. Sie lebt jetzt als Denkmal und Drohung zugleich.
So funktioniert es: Wenn du und ein Partner Laurel und Lance entthront – also ihr beide den KOM und QOM holt – dürft ihr die Trophäe mitnehmen. Aber nicht für immer. Wie alle guten verfluchten Relikte wird sie weitergegeben. Ihr müsst sie markieren, dekorieren und bereit sein, sie wieder zu verlieren. Vielleicht mit Kreide. Vielleicht mit einem Permanentmarker. Aber das Vermächtnis lebt in den Händen (und Beinen) der Mutigen.
Was kommt als Nächstes?
Gute Frage. Vielleicht kehren wir zurück nach Weenie Wonderland. Vielleicht finden wir das nächste absurd steile Strava-Segment und krönen neue Legenden. Oder vielleicht sitzen wir einfach nur zusammen und reden darüber, bis jemand durch Gruppenzwang zur Größe getrieben wird.
Aber fürs Erste herrschen die Concrete Queen Kong und der King Kong unangefochten.
Lang lebe der Anstieg.
Hol dir was davon.
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